Nach dem NEIN zur Konzernverantwortungsinitiative: Beurteilung der erwarteten Auswirkungen für Unternehmen

After the rejection of the Konzernverantwortungsinitiative: Evaluation of the impacts

Wir begleiten Sie bei der Umsetzung Ihrer Berichterstattungs- und Sorgfaltsprüfungspflicht mit unserer langjährigen Erfahrung in der Berichterstattung sowie der Integration von Due Diligence entlang der Lieferkette.

Am 29. November entschied das Ständemehr gegen die Konzernverantwortungsinitiative. Trotz einer knapp mehrheitlichen Befürwortung der Schweizer Stimmbevölkerung von 50.7% wurde die Initiative damit abgelehnt. Wird nun innerhalb der 100-tägigen Frist kein Referendum eingelegt, tritt automatisch der indirekte Gegenvorschlag des Parlaments in Kraft. Genauere Informationen zur Inkraftsetzung und den Übergangsbestimmungen für Unternehmen werden für 2021 erwartet.

Welche Auswirkungen sind für Unternehmen zu erwarten?
Zukünftig sind Schweizer Publikumsgesellschaften sowie grosse Finanzinstitute gesetzlich dazu verpflichtet, zu nicht-finanziellen Belangen in den Bereichen Umwelt, Soziales, Arbeitnehmer, Menschenrechte und Korruption Rechenschaft abzulegen und jährlich darüber zu berichten. Dies entspricht einer gesetzlichen Berichterstattungspflicht über nicht-finanzielle Themen in Anlehnung an die «Richtlinie über die nichtfinanzielle Berichterstattung» der EU. Betroffen sind Unternehmen mit mindestens 500 Mitarbeitern, die in zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren entweder eine Bilanzsumme von CHF 20 Mio. oder einen Umsatzerlös von CHF 40 Mio. erzielt haben.

Zusätzlich gilt eine Sorgfaltsprüfungs- (Due Diligence) und Berichterstattungspflicht für Unternehmen, die im Bereich von Metallen und Mineralien aus Konfliktregionen («Konfliktmineralien») tätig sind oder die Produkte oder Dienstleistungen anbieten, bei denen ein Verdacht auf Kinderarbeit in der Herstellung besteht. 

Bei vorsätzlichem oder fahrlässigem Verstoss gegen die Berichterstattungspflicht zu nicht-finanziellen Informationen, Konfliktmineralien sowie Kinderarbeit droht Unternehmen eine Busse von bis zu CHF 100’000.

Wie können die neuen Anforderungen zur Berichterstattungspflicht erfüllt werden? 
Der Gegenvorschlag sieht eine Berichterstattung zu den Themenbereichen Umwelt, Soziales, Arbeitnehmer- und Menschenrechte, sowie der Bekämpfung von Korruption vor. Zu diesen Themen offenzulegen sind z.B.:

- eine Beschreibung des Geschäftsmodells,
- eine Beschreibung der verfolgten Konzepte, inklusive der angewandten Sorgfaltsprüfung,
- ergriffene Massnahmen zur Umsetzung der Konzepte und die Bewertung ihrer Wirksamkeit,
- identifizierte wesentliche Risiken (inklusive solcher, die durch Geschäftspartner in der Lieferkette verursacht wurden und als relevant eingestuft werden), und deren Handhabung,
- sowie wesentliche Leistungsindikatoren (KPIs).

Unternehmen haben in der Umsetzung die Wahl, ob sie für die Berichterstattung einen nationalen, europäischen oder internationalen Standard anwenden oder sich auf internationale Leitlinien berufen. Bei Anwendung eines Standards oder einer Leitlinie müssen alle Vorgaben aus dem indirekten Gegenvorschlag abgedeckt werden und das angewandte Regelwerk öffentlich kommuniziert werden. Daneben müssen betroffene Unternehmen über ihre Aktivitäten zur Erfüllung der Sorgfaltsprüfungspflicht berichten. Eine gute Berichterstattungs-Lösung sollte somit neben nicht-finanziellen Belangen ebenfalls die Transparenzanforderungen bezüglich Konfliktmineralien und Kinderarbeit abdecken können. 

Unsere Erfahrung im Bereich der Berichterstattung: Seit über 20 Jahren begleitet BSD Consulting Konzerne, etablierte mittelständische Unternehmen und KMUs bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung und Umsetzung massgeschneideter Kommunikationsstrategien zur Entwicklung einer nachhaltigen Unternehmenskultur. Wir begleiten unsere Kunden auf dem gesamten Weg der Nachhaltigkeitsberichterstattung: Von der Konzepterstellung, über die Datensammlung bis hin zum fertigen Nachhaltigkeitsbericht. Ganz nach ihrem Wunsch kann dieser als Onlinebericht, eigenständiges Printformat oder integrierter Geschäftsbericht (Integrated Reporting) unterschiedlich gestaltet werden. Dabei berücksichtigen wir die Erwartungen der Stakeholder sowie einschlägige Standards und Leitlinien der Berichterstattung. 

Wie können die neuen Anforderungen an die Sorgfaltsprüfungspflicht erfüllt werden?
Für die Erfüllung der unternehmerischen Sorgfaltspflicht ist die Verankerung eines entsprechendes Managementsystem erforderlich. Darin beinhaltet sein sollen eine Lieferkettenpolitik für Konfliktmineralien und für die Produkte und Dienstleistungen, bei denen ein Verdacht auf Kinderarbeit besteht, sowie der Nachweis über ein System zur Rückverfolgung der Lieferkette in diesen Bereichen. Dies beinhaltet ebenfalls Ansätze zur Identifikation, Bewertung und Minimierung von Risiken, sowie die Erstellung eines Risikomanagementplans. Die Einhaltung der Sorgfaltsprüfungspflicht im Bereich Konfliktmineralien ist durch eine unabhängige Fachperson zu prüfen.

Die Ausgestaltung des systematischen Ansatzes kann sich an den OECD Richtlinien für unternehmerische Sorgfaltspflicht orientieren. Konkret sind darin sechs Schritte vorgesehen:

1. Verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln in Strategien und Managementsystemen verankern
2. Tatsächliche und potenzielle negative Effekte im Zusammenhang mit Geschäftstätigkeiten, Produkten oder Dienstleistungen des Unternehmens bestimmen und bewerten
3. Negative Effekte beseitigen, vermeiden und mindern
4. Umsetzung und Ergebnisse nachverfolgen
5. Umgang mit Effekten kommunizieren
6. Gegebenenfalls Wiedergutmachung leisten oder dabei kooperieren

Unsere Erfahrung im Bereich der Sorgfaltsprüfung: Seit 2018 gehört BSD Consulting zur ELEVATE-Gruppe, die eine führende Dienstleisterin auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit und dem Aufbau nachhaltiger Lieferketten weltweit ist. Gemeinsam sind wir mit mehr als 500 Expertinnen und Experten in über einhundert Ländern aktiv. Unsere Erfahrung aus hunderten von lieferkettenbezogenen Projekten zeigt, wie zentral Transparenz und verlässliche Lieferantenbeziehungen für den Aufbau nachhaltiger Lieferketten sind. 
Wir unterstützen Unternehmen bei der Analyse und Implementierung ihres Managementsystems für unternehmerische Sorgfaltspflicht. Als Teil davon haben wir einen Ansatz für eine effektive Due Diligence durch eine datengestützte Risikoanalyse entwickelt. Mit dieser Lösung helfen wir Unternehmen, die Schlüsselrisiken für negative Auswirkungen zu identifizieren. Die Risikoidentifikation bietet damit eine Grundlage zur Entwicklung massgeschneideter Massnahmen zur Erfüllung der Sorgfaltspflichtanforderungen.

Der indirekte Gegenvorschlag zur abgelehnten Konzernverantwortungsinitiative fordert von Unternehmen eine verantwortungsvolle Geschäftspraxis über eine Berichterstattungspflicht, sowie eine Sorgfaltsprüfungspflicht für bestimmte exponierte Unternehmen. Wir helfen Ihnen bei der Erfüllung dieser neuen Anforderungen mit passenden, durch zahlreiche Kundenprojekte erprobten Lösungen.