WWF Schweiz veröffentlicht Bericht und Rating der Bekleidungs- und Textilindustrie

WWF Switzerland publishes textile industry report and rating

WWF Schweiz hat gestern eine Studie zum Textil und Bekleidungsmarkt veröffentlicht. In einer begleitenden Mitteilung sagt der WWF: „vielen Textilunternehmen ist die Umwelt egal“. In dem Bericht wurden zwölf grosse Textilunternehmen von der Rating-Firma oekom research AG gerated. Ausserdem zeigt der Bericht verschiedenste Lösungen für den Sektor auf. Kein Unternehmen landet in der Bewertung in der höchsten Kategorie ‚Visionär’.

Die Ergebnisse des Ratings zeigen, dass keine der zwölf untersuchten Markenfirmen in der höchsten Kategorie ‚Visionär’ klassifiziert werden. Die meisten Unternehmen schneiden bei den Bewertungen der elf untersuchten Umweltmanagement-Praktiken sehr schlecht ab. H&M schneidet im Rating der Umweltmanagement-Praktiken am besten ab und landet als einziges Unternehmen in der zweithöchsten Kategorie ‚ehrgeizig’. Drei weitere Unternehmen sind im ‚oberen Mittelfeld’ klassifiziert und acht der analysierten Firmen landen im ‚unteren Mittelfeld’ oder in der niedrigsten Kategorie ‚Nachzüger/nicht transparent’.

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Mit Hinweis auf den enormen ökologischen Fussabdruck der Industrie auf diversen Ebenen argumentiert der Bericht, dass ‚business as usual’ langfristig weder für die Industrie noch für die Erde ein möglicher Weg sei. Deshalb stellt der Bericht die folgende zentrale Frage: Wie werden Modefirmen künftig die Träume der Kunden erfüllen und gleichzeitig der Gesellschaft und der Umwelt dienen?

Ein Wandel ist möglich, argumentiert der Bericht – aber nur wenn die Industrie ganz neue Wege eingeht und eine komplette Transformation der Industrie einleitet. So werde es nicht reichen, dass sich Unternehmen auf Effizienzgewinnen ausruhen. Der WWF argumentiert, dass Unternehmen Quantensprünge machen müssen und lernen müssen, vollkommen neu zu denken. Es werden neue Lösungen gesucht für Fragen wie: Was wäre, wenn das Färben gar kein Wasser mehr brauchen würde? Was wäre, wenn Bekleidung gar keine schädlichen Spuren mehr hinterlassen würde? Was wäre, wenn Reparieren und Teilen den Konsumierenden Vorteile und den Unternehmen einen Business Case erbringen würde?

Im Lösungsteil schlägt die Studie vor, dass Innovationen in auf drei verschiedenen Ebenen stattfinden müssen, und liefert viele Beispiele:

  • Business Model Innovationen (z.B. reduzieren, reparieren, teilen, wiedernutzen, recyceln)
  • ProduktInnovationen (z.B. recyklierter Inhalt, nachhaltige Materialien)
  • Prozessinnovationen (z.B. innovativere Prozesse, erneuerbare Energien)

Ferner listet der Bericht acht Bereiche, in denen sich Unternehmen künftig sehr stark engagieren müssen:

  1. Strategien für ein Handeln innerhalb der „Planetary Boundaries“
  2. Klimawandel
  3. Wassermanagement
  4. Nachhaltige Materialen / Fasern
  5. Gemeinsames Umweltmanagement in der Lieferkette
  6. Chemikalienmanagement
  7. Investitionen, Stakeholder-Engagement und Verantwortung für öffentliche Politik
  8. Neue Business Modelle, um Konsum von der Verwendung von Ressourcen zu entkoppeln.

BSD Consulting bietet Unternehmen diverse Lösungen für den Textilsektor an. Kontaktieren Sie Mark Starmanns (Textile Sector Specialist and Senior Consultant BSD Consulting), der die Entstehung des Berichts mit seiner Expertise unterstützt hat. BSD lieferte insbesondere Wissen und Textteile über den Textilsektor, die Impacts des Sektors, Handlungsmöglichkeiten und Innovationen für eine nachhaltigere Textil- und Bekleidungsindustrie sowie Alternativen für die Konsumenten.


Über das Rating:

Der Bericht kann hier heruntergeladen werden.

Der Bericht / Rating wurde von WWF Schweiz geschrieben.

Das Rating basiert auf Daten, die von der Nachhaltigkeits-Rating Agentur oekom research AG zur Verfügung gestellt wurden. Die oekom research AG hat im Rating ihre Standard-Methodologie verwendet.