Die neuen Sustainable Development Goals und deren Einbindung in Unternehmen

Die neuen Sustainable Development Goals und deren Einbindung in Unternehmen

Seit 2016 sind die Sustainable Development Goals der UNO in Kraft. Wie können Unternehmen dieses ambitionierte Rahmenwerk global verhandelter und akzeptierter Entwicklungsziele für sich nutzen?

Am 25. September 2015 verabschiedeten die 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen die Agenda 2030 für eine nachhaltige Entwicklung. Sie baut auf dem Beschluss der UNO-Konferenz über nachhaltige Entwicklung vom Juni 2012 (Rio+20) auf, neue bis 2030 zu realisierende Ziele für die globale Entwicklung nach dem Vorbild der Millenniumsziele zu formulieren und diese mit der Erarbeitung von Zielen für die nachhaltige Entwicklung zusammenzuführen. Zudem identifiziert sie die wichtigsten globalen Herausforderungen und etabliert damit den Anspruch, eine ambitionierte transformative Agenda für die internationale Gemeinschaft zu sein. Deren Kernstück sind die 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung (SDGs) und die dazugehörenden 169 konkreten Zielvorgaben (Targets). Im Gegensatz zu den Millenniums-Entwicklungszielen, die insbesondere für die Entwicklungsländer galten, haben die neuen Ziele universellen Charakter, das heisst, sie gelten explizit für alle Länder. Und sie sollen mit Hilfe von Indikatoren gemessen und überprüft werden. Somit stellen sie SDGs den Referenzrahmen dar für die Nachhaltigkeits-Strategien aller Länder und deren Umsetzung auf nationaler Ebene. Die Ziele nachhaltiger Entwicklung sind am 1. Januar 2016 in Kraft getreten und haben, wie ihre Vorgänger-Version, eine Laufzeit von 15 Jahren.

Die SDGs zeichnen sich dadurch aus, dass sie einerseits universell sind und andererseits viele Querbezüge zwischen den einzelnen Zielen herstellen. Diese Vernetzung wird dem Umstand gerecht, dass eine zukunftsfähige, verantwortungs- und wirkungsvolle Entwicklungspolitik nicht unabhängig von den Politikfeldern Klima, Wirtschaft, Migration, Gesundheit und Weiteren betrachtet werden kann. Die Agenda fordert eine weltweite Partnerschaft, in der alle Länder und sämtliche Interessengruppen konzertiert handeln. Dazu gehört explizit auch der private Sektor. Ohne die Einbindung der wirtschaftlichen Akteure in die Agenda 2030, können die Ziele nicht erreicht werden.
Der vormalige Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-Moon, hat die Unternehmen dazu aufgerufen, durch ihre Kern-Geschäftstätigkeit zum Erreichen der nachhaltigen Entwicklungsziele beizutragen und fordert von ihnen, ihren Einfluss zu bewerten, ambitionierte Ziele zu setzen und transparent über die Resultate zu berichten.
 
Der Global Compact der Vereinten Nationen – die UN Initiative für verantwortungsvolle Unternehmensführung – hat in Zusammenarbeit mit dem World Business Council on Sustainable Development (WBCSD) und der Global Reporting Initiative (GRI) einen Leitfaden für die Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele durch die Unternehmen entwickelt. Dieser sogenannte ̎SDG Compass – The guide for business action on the SDGs ̎ ist ein Unterstützunginstrument für die Unternehmen und leitet sie an, ihre Strategien mit den Entwicklungszielen in Übereinstimmung zu bringen sowie ihren Beitrag zu messen und zu lenken. Dazu wurde ein fünfstufiges Räderwerk geschaffen. Als Erstes müssen die Ziele in ihrer Tragweite, Komplexität und Vernetzung verstanden werden, dann sollen Prioritäten definiert und in konkrete, individuelle Ziele übersetzt werden. Diese wiederum sollen in einem weiteren Schritt in die Kerngeschäftstätigkeit integriert werden. Schliesslich sollen die Unternehmen kontinuierlich über ihre Fortschritte Bericht erstatten und eine Rückwirkung auf die Überarbeitung der Priorisierung sicherstellen.

Diese Prozesse zu konkretisieren, ist für die meisten Unternehmen eine grosse Herausforderung. Es kann und soll das Ziel der Unternehmen sein, die SDGs zum Anlass zu nehmen, das Nachhaltigkeitsmanagement im Unternehmen zu stärken und damit einen positiven Beitrag zur Bewältigung der globalen Probleme zu leisten. Dazu müssen die SDGs in konkrete Instrumente zum Nutzen der Organisation übersetzt werden. BSD kann die Unternehmen dabei unterstützen, mittels einer systematischen GAP-Analyse die relevanten Verknüpfungen von SDG-Zielen mit den Geschäftsfeldern und lokal spezifischen Tätigkeiten des Unternehmens zu identifizieren.

Zudem birgt die Umsetzung der SDGs für die Unternehmen auch ungeahnte Chancen und Möglichkeiten. Es gilt, die in der Umsetzung der SDGs liegenden Quellen für Innovation zu erschliessen und die sich dadurch ergebenden Geschäftspotenziale zu ergreifen. Der diesjährige „Inclusive Growth and Development Report“ des WEF beispielsweise identifiziert einen starken Anstoss für Wachstum in der durch öffentlich-private Partnerschaften finanzierten, weltweiten Umsetzung des Pariser Klima-Abkommens. Die Investitionstätigkeiten, zu denen die privaten und öffentlichen Investoren aufgefordert sind, um die Ziele der Agenda 2030 zu erreichen, bergen zahlreiche Chancen für innovative neue Geschäftsfelder genauso wie für die Entwicklung von Technologien und den Aufbau von Infrastruktur für die nachhaltige Entwicklung weltweit.

Was also bedeuten die SDGs für Ihr Unternehmen? Wie kann Ihr Unternehmen einen Beitrag leisten, seine Chancen identifizieren und für sich nutzen? Und was bedeuten die SDGs für Ihre Berichterstattung? Wenn Sie mehr dazu erfahren möchten, wenden Sie Sich an uns!